Bayern ist kein einheitlicher Markt, sondern sieben Regierungsbezirke mit eigenem Gewerbecharakter. Das macht Energieausweise für Nichtwohngebäude hier so abwechslungsreich: Kaum ein Gebäude gleicht dem anderen.
In Oberbayern sitzt im Großraum München ein dichter Mix aus Technologie, Dienstleistung und Forschung. Hier stehen moderne Bürogebäude neben Nachkriegsbauten, und südlich der Landeshauptstadt, am Chiemsee, am Tegernsee und in den Alpen, prägen Hotels, Gasthöfe und Pensionen das Bild. Dort sind Gebäude über Jahrzehnte gewachsen: ein Altbau, ein Anbau, ein Wellnessflügel. Für die Berechnung heißt das meistens: mehrere Zonen, mehrere Technikgenerationen.
In Ingolstadt prägt die Automobilindustrie das Umfeld, in Regensburg unter anderem ein großer Automobilstandort und die Elektrotechnik, um Nürnberg, Fürth und Erlangen Medizintechnik, Elektrotechnik und Logistik. Mit den Standorten kommen Hallen, Werkstätten, Lager und Verwaltungstrakte. Entlang der Autobahnen A3, A6, A9 und A93 liegen Logistik- und Gewerbegebiete, in Mittelfranken genauso wie in der Oberpfalz.
Dazu kommen die kleineren Betriebe, die das Land tragen: Brauereien, Metzgereien, Bäckereien, Schreinereien und Autohäuser, oft als Familienbetrieb in der dritten Generation. Ihre Gebäude vereinen Produktion, Verkauf und Wohnen. Gerade dort lohnt sich ein Blick darauf, ob ein Nichtwohngebäude oder ein Mischgebäude vorliegt.
Schließlich die Altstädte: Bamberg, Regensburg, Würzburg und viele Marktplätze in Franken und Schwaben stehen unter Denkmalschutz. Ladenlokale, Cafés und Kanzleien in solchen Häusern sind energetisch besonders. Sie sind genau die Fälle, in denen ein sauber gerechneter Bedarfsausweis zeigt, was möglich ist.
Zwei bayerische Besonderheiten sollten Sie kennen. Erstens verlangt Art. 44a der Bayerischen Bauordnung bei neuen Nichtwohngebäuden und bei der vollständigen Erneuerung der Dachhaut bestehender Gebäude Photovoltaik auf geeigneten Dachflächen, mit Ausnahmen und einer Härtefallregel. Ein Energieausweis ersetzt diese Prüfung nicht, aber er zeigt, wo Ihr Gebäude steht. Zweitens bietet die LfA Förderbank Bayern mit dem Energiekredit Gebäude ein Förderdarlehen für energetische Sanierungen gewerblicher Gebäude an; die Bedingungen prüft Ihre Hausbank.